Scheinselbstständigkeit und Limited

Scheinselbstständigkeit ist auf dem besten Weg eines der Unwörter unserer Zeit zu werden, denn "Scheinselbstständigkeit" definiert eigentlich nur die Größe des Kundenkreises eines Unternehmers.

Der Gesetzgeber geht davon aus, dass ein Selbstständiger, der einen Großteil seines Engagements nur einem Auftraggeber widmet, eigentlich Angestellter dieses Auftraggebers sein müsste. Somit wäre der Unternehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Die Beweislast, ob man "echter" Selbstständiger oder Scheinselbstständiger ist, liegt bei der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA). Die neuen Vorschriften zur Scheinselbstständigkeit betreffen vor allem die Abgrenzung zwischen versicherungspflichtigen Tätigkeiten und sozialversicherungsfreier selbstständiger Beschäftigung.

Limited-Gründer haben sich um das Thema Scheinselbstständigkeit nicht zu kümmern, denn nach deutschem Recht werden die Gesetze der Scheinselbstständigkeit auf Körperschaften wie GmbHs oder Ltd´s nicht angewendet, sondern nur auf Einzelunternehmer.

Konkret heißt das, dass ein Unternehmen einen Aufgabenbereich mit einer Limited outsourcen kann, ohne den Besitzer der neuen Firma in den Verdacht der Scheinselbstständigkeit und damit in die Sozial- und Rentenversicherungspflicht zu treiben. Das gilt selbst dann, wenn die neue Ltd ausschließlich für den alten Arbeitgeber arbeitet und sogar dessen Firmenwagen nutzt.