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Ab nach Birmingham, Welt am Sonntag, 16.11.2003 Drucken E-Mail

Die Welt am Sonntag, 16.11.2003



Die Seelen Büro-Service Limited hat ihren Sitz in der Calthorpe Road in Birmingham. Ihr Geschäftsführer und Inhaber, Johannes Seelen, war allerdings noch nie in Birmingham, geschweige denn in der Calthorpe Road. Den Zwei-Mann-Betrieb führt er gemeinsam mit seinem Sohn von zu Hause aus, und das ist in Berlin-Spandau. Auch seine Kunden sind keineswegs britisch, sondern kommen allesamt aus Berlin oder Potsdam. Die meisten sind Gaststätten und Restaurants, für die Seelen zum Beispiel die Finanzbuchhaltung oder Lohnabrechnungen übernimmt.


Warum also Birmingham? Weil Seelen sich den aktuellen Urteilsspruch des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 30. September zunutze gemacht hat, nach dem Unternehmer für ihre Firma eine ausländische Rechtsform wählen können, ohne in dem betreffenden Land tatsächlich tätig zu sein. Bislang bewegten sich Unternehmer in einer juristischen Grauzone, wenn sie statt einer GmbH eine britische Limited in Deutschland führten.


Seelen ist einer von der schnellen Truppe: Kaum war die Rechtslage geklärt, ließ er sich seine Limited beim britischen Zentralregister in Cardiff eintragen. "Mein Betrieb besteht bereits seit 1992 als Einzelfirma. Ich wollte schon lange die Rechtsform wechseln, vor allem wegen der steuerlichen Vorteile, die eine Kapitalgesellschaft gegenüber einem Einzelbetrieb hat", sagt Seelen. Eine GmbH kam für ihn aber nicht infrage. Wer eine GmbH gründen will, muss 25 000 Euro aufbringen. Mit dieser Mindesteinlage haften die Gesellschafter im Falle einer Zahlungsunfähigkeit der Firma. Bei einer englischen Limited braucht man dagegen lediglich ein symbolisches Stammkapital von einem Pfund. "Abgesehen davon, dass ich das Geld für eine GmbH nicht habe, macht eine so hohe Haftungssumme für mich überhaupt keinen Sinn. Ich habe kaum Ausgaben, mehr als ein bisschen Toner und Druckerpapier brauche ich nicht." Und die Limited hat noch weitere Vorteile: "In England geht alles viel schneller und unkomplizierter. Ein Notar ist nicht nötig, und wenn man will, ist eine Limited innerhalb von 24 Stunden gegründet. In Deutschland kann das Monate dauern", erklärt der Berliner. Das bringt natürlich auch finanzielle Vorteile. "Für die Gründung habe ich genau 308 Euro gezahlt. In Deutschland hätte allein der Notar bestimmt das Dreifache gekostet."


Auch Joachim Peter schwört auf die Limited. Bislang war der Programmierer freiberuflich tätig. Seit Oktober ist er mit seiner deutschen Zweigniederlassung der Bits & Bytes IT Services Limited im Münchner Handelsregister eingetragen. Seine Firmenzentrale ist dagegen ebenfalls in Birmingham, einer Stadt, die auch Peter nie besucht hat. Im Gegensatz zu Seelen könnte sich das bei Peter aber zukünftig ändern. "Neben den bürokratischen und finanziellen Vorzügen hat die Limited für mich vor allem strategische Vorteile. Mittelfristig plane ich, meine Firma tatsächlich auch von England aus zu führen", sagt der Unternehmer.


Seelen und Peter liegen im Trend. Das kann auch Angelika Baumgarte, Rechtsexpertin der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer in London, bestätigen: "Die Anrufe zum Thema Limited häufen sich seit dem jüngsten EuGH-Urteil." Früher bekam die Juristin ein bis zwei Anfragen pro Monat, jetzt sind es ein bis zwei pro Tag. Wer Frau Baumgarte an der Strippe hat, der wird erst mal auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. "Natürlich hat die Limited unbestreitbare Vorteile gegenüber der GmbH, aber es gibt eben auch Nachteile." Viele Gründungswillige würden diese übersehen. "Es bestehen oft völlig falsche Vorstellungen." Zum Beispiel könne man mit einer in Deutschland tätigen Limited die Gewerbeanmeldung und die Mitgliedschaft in einer Handwerks- oder einer Industrie- und Handelskammer nicht umgehen. Auch steuerlich habe die Limited keine Vorteile gegenüber der GmbH. Dazu kommt: Was die Unternehmer bei der Gründung sparen, müssen sie unter Umständen später doppelt und dreifach an Rechtsberatung zahlen. "Die Leute kennen sich mit dem englischen Recht nicht aus. Mit der Limited sind eine Vielzahl von Pflichten verbunden, die von den meisten ohne externe Hilfe nicht zu erfüllen sind", warnt Baumgarte. So muss die Gesellschaft beispielsweise eine Geschäftsadresse in Großbritannien haben, bei der offizielle Briefe des englischen Registers eingehen. Wer keine englischen Freunde hat, muss also eine Firma damit beauftragen, seine Post nach Deutschland nachzusenden. Zudem muss jedes Jahr ein Geschäftsbericht beim Register eingereicht werden, der für jedermann einsehbar ist. "Dieser Punkt ist nicht zu unterschätzen." Zwar solle eine GmbH eigentlich auch eine Bilanz veröffentlichen, oft würde das aber von den Gesellschaften ignoriert, ohne Folgen. Die Registerbeamten in Cardiff gingen, so Baumgarte, dagegen "mit drakonischen Maßnahmen" vor. Wer den Termin verschläft, wird sofort abgemahnt, und es drohen Bußgelder bis zu 5000 Pfund pro Gesellschafter. "Wenn eine Firma auch dann nicht reagiert, wird sie kurzerhand gelöscht. Das Limited-Vermögen fällt der englischen Krone zu." Auch die niedrige Haftungssumme von minimal einem Pfund könnte für Limiteds zum Imageproblem werden. "Für einen seriösen Betrieb sind die 25 000 Euro Mindesteinlage einer GmbH nicht viel, zumal man auch Sachkapital wie Computer oder Autos anrechnen kann." Die geringe Haftungsgarantie würde Kunden, Lieferanten und Gläubiger abschrecken.


Alles Quatsch, meint Klaus Grewer, Geschäftsführer der Trendix Limited aus Bottrop beziehungsweise Aldermaston. "Ich kenne keine GmbH, bei der im Insolvenzfall noch annähernd 25 000 Euro vorhanden waren. Und Kredit bekommt man auch als junge GmbH sowieso nur, wenn die Gesellschafter persönlich mithaften." Für seine Firma sei die Limited im Gegenteil ein ganz klarer Imagegewinn. Trendix vertreibt Haushaltsgeräte und Fahrräder übers Internet. "Wir importieren viel aus China und lassen dort auch herstellen. Eine Limited hat bei unseren Geschäftspartnern im Vergleich zur GmbH ein höheres Ansehen, da sie diese Rechtsform kennen." Und auch die folgekosten der Limited hielten sich in Grenzen. Die Beratungsagentur Limited-4-you, die Grewer schon bei der Firmengründung geholfen hat, soll auch zukünftig die englischen Pflichten erfüllen. Für das "Wunschlosglücklich"-Paket berechnet Limited-4-you jährlich 174 Euro.


Also doch alles nur Unkenrufe von den traditionsverliebten Handelskammern? Jein, meint Klaus J. Müller, Rechtsanwalt der Sozietät Mayer, Brown, Rowe & Maw LLP in Frankfurt am Main. "Kleinen Betrieben mit einem regional begrenzten Kundenstamm rate ich von einer Limited ab. Für größere Unternehmen, insbesondere international tätigen, kann die Rechtsform dagegen vorteilhaft sein."


Von der Furcht vieler seiner Kollegen, Deutschland werde künftig von dubiosen Briefkastenfirmen überflutet, lässt sich Müller nicht anstecken: "Das wird der Markt regeln. Im freien Wettbewerb kann sich jeder aussuchen, mit wem er Geschäfte macht." Langfristig werde sich das Gesellschaftsrecht in den EU-Mitgliedstaaten sowieso angleichen. "Frankreich hat den Anfang gemacht und zum 1. Januar nächsten Jahres die Mindestkapitalregelung bei der Société à responsabilité limitée abgeschafft."


Artikel erschienen am 16. Nov 2003